vorgestern
vor zwei tagen habe ich zum ersten mal sao paulo so erlebt, wie es oft in den deutschen medien beschrieben wird. wir wohnen hier gleich neben der zweitgrößten favela brasiliens. in dieser favela, paraísopolis, leben rund 80 000 menschen, oft in bitterster armut. diese favelas sind fest in händen der drogenbanden und der mafia. manchmal gibt es zwischen diesen banden streit und dann kommt es zu schießereien und so auch vor zwei tagen. es fielen mehrere stunden lang schüsse und über der favela standen vier helikopter der militärpolizei, die mit riesigen scheinwerfern hinein leuchteten. die avenida gronchi war gesperrt und unsere pläne nochmal raus zu fahren waren für diesen abend gestrichen. das ganze spektakel wurde sogar im fernsehen übertragen. nach zwei drei stunden hatte sich die situation wieder beruhigt und am nächsten tag spürte man gar nichts mehr davon. der alltag ging ganz normal weiter.
Karaim - 24. Mai, 01:57
