nach hoffen, beten und flehen mich vor der arbeitslosigkeit zu bewahren, hagelt es zur zeit eine absage nach der anderen. das macht mich wütend, traurig und hoffnungslos zugleich. das lähmt. so bleibt mir nichts anderes übrig als zum arbeitsamt zu gehen und den antrag für hartz IV zu stellen. da ich dies schon letzte woche gemacht habe, weiß ich wie erniedrigt man sich fühlt, wenn man die instanzen dort durchläuft. die kontrollmechanismen sind unglaublich, die wollen alles wissen, wirklich alles. ich darf mich nicht mehr als 24 stunden von meinem erstwohnsitz entfernen, ohne mich abzumelden. das finde ich ganz furchtbar. und es ist unglaublich, welche unterlagen die einfordern. zur zeit ist das leben wirklich nicht leicht. mein arbeitsberater meinte doch glatt, ich müsste mich in zwei monaten beruflich umorientieren, wenn ich nichts fände. das finde ich lächerlich. zum glück kennen wir jemanden, der beim arbeitsamt arbeitet und uns sagte, dass sie das nicht dürfen *puh*. und er hat uns auch erzählt, dass ihre arbeit im arbeitsamt mittlerweile schlimmer kontrolliert wird als bei der stasi.
also was tun? fange ich an unterhalb meiner qualifikationen zu arbeiten, drückt mich das arbeitsamt immer wieder in solche jobs. schwierig...
manchmal frage ich mich schon, ob mir mein langer ausbildungsweg was nützt. für hartz IV bin ich diesen weg nicht gegangen, aber das denken andere auch. so werde ich mich weiter bewerben und weiter hoffen. das fällt mir nicht immer leicht, da ich mich in negativen gedanken und emotionen nur so suhlen könnte. aber ich weiß, dass eine negative lebenshaltung nur weitere enttäuschungen nach sich zieht. dafür ist das leben zu schade.
vielleicht hat meine mutter recht, wenn sie sagt, dass ich die situation akzeptieren soll wie sie ist und dass ich angesischts der ereignisse der letzten monate noch zeit brauche, mich wieder innerlich zu stabilisieren und wieder voll zu kräften zu kommen. vielleicht ist es noch nicht an der zeit ins berufsleben einzutauchen. vielleicht ist es mein intellekt, der mir vorgaukelt, dass schon wieder alles in ordnung ist und mein unterbewusstsein ist anderer meinung. so habe ich jetzt beschlossen mal umzuschwenken, mir zeit zu nehmen für mich selbst, um wieder besser in meine mitte zu finden und nichts zu überstürzen. und statt weiter kurzfristig auf arbeit zu hoffen und zu warten, habe ich mich erst einmal für einen vipassana-kurs in belgien angemeldet. weitere infos zu vipassana findet ihr hier:
http://www.pajjota.dhamma.org/index.php?id=71&L=1
vielleicht ist es das was ich zur zeit brauche. im märz 2005 habe ich schon mal einen vipassana-kurs gemacht und der hat mir damls sehr gut getan. warum sollte es nicht wieder so sein. und vielleicht hat meine mutter recht, dass es reicht, wenn ich im januar unterkomme und statt schwarz malen sollte ich mir die zeit nehmen, die ich brauche. es soll wohl so sein und die stelle, die dann kommt wird die richtige sein.
Karaim - 3. Aug, 10:13